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WSL-JuniorBiodiversitätBiodiversität erforschenSehen alle Laubfrösche gleich aus?

Sehen alle Laubfrösche gleich aus?

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Menschen erkennen und unterscheiden wir am Gesicht. Bei den Laubfröschen (Hyla arborea) ist es die Seitenlinie, welche Frösche für uns Menschen individuell und unterscheidbar macht.

 

Weshalb untersuchen wir Laubfrösche an der WSL?

In den letzten Jahrzehnten wurden viele Teiche neu geschaffen und vernetzt, um den Laubfrosch in der Schweiz zu fördern. Wir untersuchen, ob diese Massnahmen den Austausch von Individuen zwischen einzelnen Teichen ermöglichten und zur genetischen Vermischung führten. 

Beides ist für das Überleben des Laubfroschs entscheidend, weil durch diesen Austausch die genetische Vielfalt erhalten bleibt und Inzucht vermieden wird. Dies sind wichtige Ziele von Vernetzungsprojekten, welche den Laubfrosch langfristig vor dem Aussterben bewahren sollen.

Wie untersuchen wir Laubfrösche?

Einzelne Frösche zu beobachten und ihr Verhalten zu untersuchen, ist sehr anspruchsvoll, weil sie von Auge schwer zu unterscheiden sind, hauptsächlich nachtaktiv sind und sich gerne in Gebüschen und Tümpeln verstecken. Die WSL-Forschende untersuchen die Ausbreitung der Frösche mit der Fang-Wiederfang-Methode: Dabei werden Tiere gefangen und markiert. Nach einer gewissen Zeit fängt man dasselbe Tier wieder. Die Forschenden schliessen daraus, wie weit und wohin ein Tier gewandert ist. Die Frage, ob sich das Tier dort auch fortpflanzt, kann diese Methode jedoch nicht klären.

Die WSL-Forschende verwenden molekulargenetische Methoden. Diese erlauben es, Frösche individuell zu erkennen und den Verwandtschaftsgrad zwischen Tieren direkt zu untersuchen. Dafür wird jedem Frosch mit einem Wattestäbchen ein Abstrich der Mundschleimhaut entnommen. Der Abstrich enthält Erbgut, mit dem im Labor genetische Fingerabdrücke der einzelnen Tiere gemacht werden. So kann ihre Verwandtschaft und damit der Individuenaustausch zwischen den Teichen festgestellt werden.

Die Methode ist einfach und für die Tiere harmlos. Der grosse Vorteil dieser genetischen Methode ist es, den Erfolg von Massnahmen zur Förderung des Laubfroschs rasch und einfach abschätzen zu können.