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Warum sind Blätter eigentlich grün?

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10.01.2022  |  Fiona Galliker

 

Wenn du deine Augen schliesst und dir einen Wald vorstellst, siehst du vermutlich ein grünes Blätterdach vor dir. Doch weshalb ist genau diese Farbe so häufig in der Natur anzutreffen?

 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Pflanzen besitzen das grüne Farbpigment Chlorophyll. Dieses brauchen sie, um Sonnenlicht aufzunehmen.
  • Blätter erscheinen für uns grün, weil sie grünes Licht reflektieren.
  • Weil Pflanzen nur grünes Licht nicht aufnehmen, sind sie besser vor Schwankungen der Sonnenstrahlung geschützt.
 

Pflanzen sind abhängig vom Licht der Sonne, um zu überleben. Sie nehmen Sonnenenergie mit speziellen Bestandteilen in den Zellen auf, den Chloroplasten. Diese enthalten einen Farbstoff (auch Pigment genannt), Dieser heisst Chlorophyll.  Es hilft der Pflanze dabei, Kohlendioxid (CO2) aus der Luft zusammen mit Wasser aus dem Boden in Traubenzucker (Glukose) umzuwandeln. Dieser Prozess heisst Fotosynthese. Aus der nahrhaften Glukose werden neue Blätter, Rinde, Holz und Wurzeln aufgebaut. Bei der Fotosynthese entsteht sozusagen als «Abfallprodukt» Sauerstoff, den wir Menschen und die Tiere zum Atmen brauchen.

 

Pflanzen mögen kein grünes Licht!

Zu viel und auch zu wenig Licht kann der Pflanze schaden. Ist der Himmel stark bewölkt, dringt weniger Sonnenlicht bis zur Erdoberfläche durch. Die Pflanze kann dann weniger Energie gewinnen, weil die Fotosynthese gehemmt ist. Aber auch zu viel starkes Licht kann die empfindlichen Blattbestandteile schädigen.

Es ist für die Pflanze also problematisch, wenn das Wettergeschehen stark schwankt. Forscher vermuten, dass Pflanzen grünes Licht sozusagen absichtlich reflektieren, um sich vor Lichtschäden zu schützen. Weil das grüne Licht am meisten Energie enthält, verwenden die Blätter vor allem das rote und blaue Licht für die Fotosynthese.

 

Mehr für „Super-Neugierige“: Was ist denn eigentlich Licht?

Licht besteht aus Strahlen mit unterschiedlichen Mengen von Energie. Diese sehen für uns Menschen aus wie die Farben eines Regenbogens. Am stärksten ist die Sonnenstrahlung bei der grünen Farbe. Blätter sehen für uns also deshalb grün aus, weil die Pflanze dieses Licht abstrahlt (reflektiert). Ein Teil der Regenbogenfarben, nämlich hauptsächlich die rote und blaue Strahlung, werden von der Pflanze für die Fotosynthese gebraucht.

 

Bunte Ausreisser

Obwohl die meisten Blätter grün sind, gibt es auch hier ein paar Ausnahmen. Manche Bäume tragen nicht nur im Herbst rote Blätter. Dazu gehören beispielsweise Sorten der Buche (Blutbuche, Fagus sylvatica «Purpurea») oder des japanischen Schlitzahorns (Acer palmatum «Bloodgood» oder «Dissectum Viridis»). Die rote Farbe kommt von weiteren Farbpigmenten, den sogenannten Anthocyanen. Ähnlich wie wenn sich bei uns Menschen im Sommer die Haut bräunlich verfärbt, schützen sich die Blätter mit dieser rötlichen Färbung vor dem Sonnenlicht. Anthocyane kommen oft in jungen Blättern vor, da junge Blätter besonders empfindlich auf das Sonnenlicht reagieren. Sie werden wieder abgebaut, wenn das Blatt fertig ausgebildet ist. Es gibt aber auch Bäume, die immer rote Blätter tragen.

 

Rote Blätter des Japanischen Schlitzahorns (Acer palmatum, links) und der Blutbuche (Fagus sylvatica pupurea, rechts). Fotos: Roman Ziegler und Membeth, CC BY-SA 2.0

 

Hast du das gewusst?

Wälder werden oft als „Grüne Lunge“ bezeichnet. Diese Bezeichnung ist aber eigentlich falsch gewählt. Gemäss Definition wandelt eine Lunge nämlich Sauerstoff in Kohlendioxid um. Die Chloroplasten der Pflanze machen aber genau das Umgekehrte: bei der Fotosynthese wird Kohlendioxid in Sauerstoff umgewandelt. Obwohl der Wald keine richtige Lunge ist, liefert er aber wertvollen Sauerstoff, den wir Menschen und die Tiere zum Überleben brauchen. Der Wald ist also wichtig für die menschliche Lunge.

 
   

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