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Wo wächst der höchstgelegene Baum in der Schweiz?

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Nicht mal einen Monat lang war WSL-Forscher Urs-Beat Brändli Rekordhalter. Am 22.8.2015 gab er den damals höchstgelegenen Baum der Schweiz, eine Arve auf 2765 m Höhe, in eine Datenbank ein. Heute hält den Höhenrekord für Bäume eine Lärche auf 2971 m, ein Wachholderstrauch hat sogar die 3000m-Marke geknackt.

 

Urs-Beat Brändli war bis 2020 der wissenschaftliche Leiter des Landesforstinventars (LFI). Dieses misst schon seit über 40 Jahren den Zustand und Veränderungen des Schweizer Waldes. Ein im Jahr 1909 veröffentlichtes Buch über die Arve hat Urs-Beat auf die Spur «seines» Rekordhalters gebracht. Der Autor erwähnte darin eine Arve in 2‘585 m Höhe bei Plattje, oberhalb von Saas Fee.

Natürlich war dieser Baum verschwunden. Aber am Unterrothorn bei Zermatt fand Urs-Beat einige kleine Arven an einer schwer zugänglichen Felswand. Das grösste Exemplar war 2,2 m hoch und hatte einen Stammdurchmesser von etwa 6 cm in Höhe von 1,30 m. Schliesslich entdeckte Urs-Beat Brändli ein winziges Exemplar von 11 cm in einer Felsspalte in 2‘765 m Höhe. Gemessen an ihren Trieben, dürfte diese junge Arve damals 10 Jahre alt gewesen sein.

 

Der höchste "Baum" ist gar keiner!

Die Mitteilung über diesen Fund veranlasste offenbar eine eifrige Baumsuche unter Berggängern. Mittlerweile stehen schon 12 Gehölze in der Rekord-Liste des LFI (Link) über der kleinen Arve. Die beiden höchstgelegenen Gewächse hat das LFI bestätigt. Den Wachholderstrauch auf 3020m hat Urs-Beat nämlich selbst gefunden. Er ist nur 45 cm hoch, so kann er Wind und Schnee besser standhalten. Sträucher unterscheiden sich von Bäumen, weil sie mehrere Stämme aus den Wurzeln spriessen. Bei Bäumen ist es nur einer.

Der höchste Baum ist eine Lärche auf 2971 m, die ebenfalls im Wallis bei Ausserberg steht. Sie ist nur 21 cm hoch. Wenn man es ganz genau nimmt, «verdient» sie eigentlich die Bezeichnung Baum nicht. Denn erst ab einer Höhe von 3 Metern spricht man von einem Baum. Die Lärche ist übrigens der einzige Nadelbaum der Schweiz, der im Winter die Nadeln verliert. Dies schützt sie vor Kälte und Trockenheit im Hochgebirge.

Mit dem Klimawandel rückt die Waldgrenze in immer grössere Höhen (siehe News «Was beeinflusst den Anstieg der Waldgrenze?»). Auch die Höhenrekorde von einzelnen Bäumen werden deshalb weiter in die Höhe klettern. Dazu müssen aber ihre Samen dorthin gelangen. Die Arve hat da Glück: Der Tannenhäher verbreitet ihre Samen. Dieser Vogel lagert die Kerne an vor Schnee und Regen geschützten Orten als Vorrat ein und vergisst gelegentlich einige seiner Verstecke.

 

Wer findet den neuen Rekordhalter?

    Auch Du oder die Erwachsenen aus Deinem Umfeld können einen Beitrag zur Entdeckung des neuen Rekordhalters in der Schweiz leisten. Wenn Ihr einen Baum von mindestens 10 cm Höhe auf einer Wanderung im Hochgebirge findet, macht ein Foto von ihm und notiert Euch seinen Standort. Dann füllt Ihr das Online-Formular des LFI aus, um den Forschern zu ermöglichen, Euren Fund zu überprüfen. Viel Glück bei der Suche!
   

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