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Wie kann man mit Küchenabfällen Autos tanken?

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15.09.2016

 

Woher kommt die Energie, die wir jeden Tag ganz selbstverständlich nutzen? Und welcher Energie gehört die Zukunft?

 

Der Salat ist gerüstet, die Kartoffeln und Eier sind geschält. Eine ganze Menge Lebensmittelreste fallen beim Kochen an. Wahrscheinlich kommen die pflanzlichen Abfälle bei dir zuhause nicht in den Müllsack, sondern auf den Kompost – in deinen Garten oder in die Grüntonne.

Das ist eine gute Sache, denn Insekten, Würmer und Bakterien sorgen dafür, dass die Bioabfälle zersetzt werden und wir nach ein paar Monaten nährstoffreiche Kompost-Erde bekommen.

Kostbare Abfälle

Biologische Abfälle können wir also kompostieren. Aber aus unseren Küchen- und Gartenabfällen können wir auch Energie gewinnen. Wie funktioniert das? Sonne ist Energie pur. Beim Wachsen speichern alle Pflanzen Sonnenenergie.

 

Du nimmst diese Energie auf, wenn du einen Apfel oder Brokkoli isst. Diese Sonnenenergie steckt in sämtlichem organischem Material. Das heisst, dass auch alle pflanzlichen und tierischen Abfallprodukte Energie enthalten. Zum Beispiel: Rasenschnitt, Holz, Mist, Rüst- oder Schlachtabfälle.

Dieses organische Material, das nicht durch geologische Prozesse verändert wurde (wie Kohle, Erdöl oder Erdgas) fällt unter den Sammelbegriff Biomasse. Mit Hilfe unterschiedlicher Technologien wie Vergärung, Verbrennung oder Vergasung können wir Biomasse in Wärme, Strom und Treibstoff umwandeln.

 

Energie mit Zukunft

Weltweit gewinnen wir bis jetzt unsere Energie zu einem grossen Teil aus fossilen Energieträgern wie Kohle, Erdöl oder Erdgas. Fossile Energieträger sind über Jahrmillionen beim Abbau von toten Pflanzen und Tieren entstanden.

Diese Stoffe werden eines Tages aufgebraucht sein und entstehen nicht wieder neu. Es gibt aber auch sogenannte erneuerbare Energieträger. Ihr Vorrat ist quasi unerschöpflich. Es ist daher sinnvoll, dass wir auf diese Energiequellen setzen. (Quelle: BFE, Factsheet Basiswissen Energie)
2011 hat der Bundesrat beschlossen, dass keine neuen Atomkraftwerke (AKWs) gebaut und die bestehenden AKWs schrittweise stillgelegt werden. Damit es zu keinem Engpass in der Energieversorgung kommt, müssen wir andere Möglichkeiten finden, um die Atomenergie zu kompensieren. Beim Ausstieg aus der Atomenergie werden erneuerbare Energieträger eine wichtige Rolle spielen.

 
 

Und die WSL...?

Forschende der WSL untersuchen, wie viel Biomasse wir in Zukunft in der Schweiz für energetische Zwecke nutzen könnten. Sie berechnen für verschiedene Formen von verholzter und nicht verholzter Biomasse (unter anderem Waldholz und Altholz, Grünabfälle, Mist und Gülle, Klärschlamm), wie viel Energie in diesen Biomassentypen in den verschieden Regionen der Schweiz steckt.

Zum Beispiel könnten aus dem Rasenschnitt in Parks oder dem Schnittgut, das beim Mähen entlang von Strassen und Eisenbahnlinien anfällt, Energie gewonnen werden. Die Forschenden haben berechnet, dass 5000 Haushalten ihren jährlichen Strombedarf mit dem Schnittgut aus der gesamten Schweiz decken könnten. In diese Berechnung fällt übrigens nur Schnittgut, das nicht in einer anderen Weise bereits sinnvoll verwendet wird. Zum Beispiel nutzen Bauern bereits Schnittgut aus Naturschutzgebieten für Tierfutter oder Streu.

Noch viel mehr Energie, die man benutzen könnte, steckt aber im Waldenergieholz (geringere Holzqualität, zum Beispiel dicke und krumme Äste) und im sogenannten Hofdünger, das ist Mist und Gülle.

Die Forscher gehen davon aus, dass die Biomasse in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird. Im Moment ist noch nicht ganz klar, in welchem Umfang und mit welchen Technologien die Biomasse für die Erzeugung von Wärme, Strom und Mobilität eingesetzt wird.

   

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